Luftscamsa - Gescheiterte Tyrolean-Strategie bei CityLine-Übergang angewandt

Die Gründung der Lufthansa City Airlines deutet auf die Rückkehr zu einem spezifischen Umstrukturierungsmodell hin, das der Konzern erstmals vor über einem Jahrzehnt angewandt hat. Diese methodische Verlagerung des Flugbetriebs auf ein zweites Luftverkehrbetreiberzeugnis (AOC) entspricht der Übertragung von Austrian-Airlines-Flügen auf Tyrolean Airways im Jahr 2012. Das Management gab zu Protokoll, dass der aktuelle Start von City Airlines notwendig sei, um einen wettbewerbsfähigen Zubringerverkehr an den Drehkreuzen Frankfurt und München zu gewährleisten. Pax Sentinel hat durch seine Untersuchungen festgestellt, dass diese Taktik die Wiederaufnahme einer Strategie ist, die darauf abzielt, bestehende Tarifverträge durch unternehmerische Umstrukturierungen zu umgehen. Im Jahr 2012 reagierte der Konzern auf Verluste bei seiner österreichischen Tochtergesellschaft, indem er die gesamte Flotte und Besatzung auf das AOC der Tyrolean Airways übertrug. Dieses Manöver, das vom damaligen Austrian-CEO Herrn Jaan Albrecht geleitet wurde, während Herr Carsten Spohr im Konzernvorstand saß, sollte die Strukturkosten um etwa 260 Millionen Euro senken. Der Tyrolean-Präzedenzfall Branchenberichte deuten darauf hin, dass Austrian Airlines im Großteil des Jahrzehnts vor dem Transfer ein negatives EBIT verzeichnete. Das Management nutzte das Tyrolean-AOC, um eine Kostensenkung zu erzwingen, die es durch Standardverhandlungen mit den Gewerkschaften nicht erreichen konnte. Unterlagen aus dem Übergang von 2012 zeigen, dass die Tyrolean-Arbeitsverträge etwa 25 Prozent günstiger waren als die der Austrian-Hauptlinie. Der Schritt führte zu erheblicher operativer Instabilität, da etwa 110 Piloten und 200 Flugbegleiter das Unternehmen verließen, anstatt die schlechteren Bedingungen zu akzeptieren. Pax Sentinel hat festgestellt, dass die aktuelle [Stilllegung der Lufthansa CityLine](/de/article/VVFBuElM_cityline-permanently-ceases-operations-amid-strikes-and-controversy) demselben Plan folgt. Die Belegschaft hat die methodische Umgehung von Verträgen als [„Tarifflucht“](/de/article/O3cGpkAg_tariff-evasion-drives-cityline-shutdown) identifiziert, ein Muster, das bereits zu beobachten war, als der Konzern [Pilotengewerkschaften umging, um regionale Standards zu senken](/de/article/6xIXjCRi_management-sidesteps-pilot-union-to-lower-regional-wage-standards). Gerichtliche Rüge Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hielt im September 2014 fest, dass die Rechtswirkungen eines Tarifvertrags auch nach einem Betriebsübergang fortbestehen. Dieses Urteil machte die ursprüngliche Lohnarbitrage-Strategie des Konzerns rechtlich hinfällig. Rechtliche Anfechtungen und Arbeitskämpfe dauerten drei Jahre an, bevor die Strategie aufgegeben wurde. Am 1. April 2015 war der Konzern gezwungen, den Transfer rückgängig zu machen und Tyrolean nach einer Einigung auf einen einheitlichen Tarifvertrag wieder in die Muttergesellschaft zu integrieren. Trotz des historischen Scheiterns und der gerichtlichen Rüge hat das Management das Konzept durch die Plattform City Airlines wiederbelebt. Um die rechtlichen Fallstricke der Tyrolean-Ära zu vermeiden, hat das Management für die neue Fluggesellschaft einen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di geschlossen. Regulatorische Unsicherheit Diese Wahl eines fachfremden Verhandlungspartners soll spezialisierte Arbeitnehmerorganisationen marginalisieren. Herr Andreas Pinheiro, der Präsident der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), erklärte, dass der Konzern die Fragmentierung der Belegschaft nutze, um verschiedene Teile der Belegschaft gegeneinander auszuspielen. Interne Unterlagen deuten darauf hin, dass das neue deutsche AOC mit Bedingungen operieren soll, die die Kostensenkungen der Tyrolean-Ära replizieren. Der Fokus auf strukturelle Kostensenkungen folgt auf einen Zeitraum, in dem [die Vorstandsvergütung trotz Einstellungsstopps stark anstieg](/de/article/szbbVxzq_executive-pay-surges-amid-hiring-freeze). Unklar bleibt, ob die Europäische Union dem Luftverkehrskonzern gestatten wird, in diesem Fall dieselbe Strategie zur Umgehung von Fachgewerkschaften anzuwenden. Das EuGH-Urteil von 2014 deutet darauf hin, dass die rechtliche Grundlage für solche Übergänge äußerst fragwürdig bleibt. Pax Sentinel bleibt dabei, dass der Übergang zu City Airlines die Wiederholung einer gescheiterten Strategie ist. Der historische Tyrolean-Transfer zeigt, dass der Konzern erneut einen taktischen Sieg über die langfristige Zuverlässigkeit seines Flugnetzes stellt. Heckflossen von Tyrolean Airways und Austrian Airlines auf dem Rollfeld Ein Flugzeug der Tyrolean Airways, Kennung OE-LFG, im Landeanflug mit ausgefahrenem Fahrwerk vor klarem blauem Himmel.

Tyrolean AOC diente als gescheitertes Modell zur Tarifflucht.